Kolkata wird verkannt. Sein Image im Westen ist noch immer von Armut, Chaos und Rückständigkeit geprägt. Hungernde Kinder, Bettler und armselige Behausungen prägen das Bild, wenn von der Stadt am Ganges die Rede ist. Keine Frage. Armut ist eine Realität, und der Gegensatz zwischen Armut und Reichtum ist in Kolkata besonders gross. Wer es gleichwohl wagt, in das bunte Treiben Kolkatas einzutauchen, den erwarten unvergessliche Eindrücke und Erfahrungen. Inmitten von Chaos, Lärm und Gestank herrscht vibrierendes Leben.
Kolkata ist mehr als nur die Wirkungsstätte Mutter Theresas. Die Stadt am heiligen Fluss Ganges gilt als Inspirationsquelle von Künstlern und Intellektuellen, sie ist gleichsam das Mekka der Kulturschaffenden des Landes. Aber auch wirtschaftlich geht es mächtig bergauf. Die Stadt ist auf gutem Wege, sich nach Bangalore zur zweiten Metropole im Bereich der IT-Technologie zu entwickeln.
Auch als Zentrum von politisch «anders» denkenden strahlt Kolkata eine grosse Anziehungskraft aus. So erstaunt es nicht, dass die Stadt im Gegensatz zu anderen Zentren noch immer kommunistisch regiert wird. In Kolkata öffnen täglich neue Restaurants, Bars und Shops ihre Pforten. Wo früher heruntergekommene Kolonialbauten ein Bild der Tristesse zeichneten, ist die Aufbruchstimmung einer neuen Generation zu bestaunen.